Zeit für Veränderung

Wenn die Gedanken mal wieder Achterbahn fahren.

Du sitzt in dem Wagen einer rasanten Achterbahn. Die Armschnallen fahren runter um Dich vor dem herausfallen zu schützen. Du merkst, dass Du der einzige Fahrer bist und langsam macht sich ein Gefühl von Furcht in Dir breit. Der Wagen setzt sich langsam in Bewegung. Ein paar Meter geht es nur gerade aus. Doch dann siehst Du vor Dir die Schienen der Bahn, steil nach oben gehen. Die Furcht verändert sich langsam in Anspannung. Dein Gehirn schüttet Adrenalin aus und Du bist auf einmal sehr euphorisch. Oben angekommen, bleiben Dir nur wenige Sekunden, die unglaubliche Aussicht zu genießen. Die Anspannung verändert sich in ein Glücksgefühl und Du schließt die Augen.
Im selben Augenblick geht es steil nach unten. Dein Magen zieht sich zusammen. Deine Glieder werden schwer und alles, an was Du gerade denken kannst ist, wann es endlich aufhört. Nach einiger Zeit im Auf und Ab, bremst die Bahn und fährt zurück zur Ausgangsposition. Flach, sicher und ruhig.

Mit unseren Gedanken verhält es sich teilweise genauso. Es gibt Momente in denen unsere Gedanken einen „Höhenflug“ durchführen und im selben Augenblick kann es sein, dass sie uns nach unten ziehen. Die Gedanken beeinflussen im großen Stil unsere Gefühle. Eigentlich kann man auch sagen, dass man bei einer Achterbahn der Gedanken, auch eine Achterbahn der Gefühle durchfährt.
Solch eine rasante Gedankenfahrt ist manchmal nicht besonders toll. Sie sorgt dafür, dass wir uns schlecht fühlen. Sie lässt uns daran zweifeln, den richtigen Weg gegangen zu sein und gut genug zu sein.

Bei dem Einen kann solch eine „Achterbahn“ kurzweilig sein. Bei dem Anderen ist sie langwierig und es kann sein, dass man das Gefühl bekommt, sie würde kein Ende nehmen.

Wir versuchen ständig unsere Gedanken zu kontrollieren und stellen enttäuscht fest, dass dies sehr schwer sein kann. Wäre es nicht klasse, unsere schlechten Gedanken in einen Käfig zu sperren? Den Käfig mit einem Schloss zu verschließen und den Schlüssel einfach wegzuwerfen? Leider gibt es keinen Käfig, in den wir unsere Gedanken wegsperren können. Wir müssen lernen, unsere Gedanken zu akzeptieren und versuchen sie in eine andere Richtung zu steuern.

Wenn Du etwas erfährst das Dich Glücklich macht, bist Du euphorisch, sozusagen an der Spitze der Bahn und genießt die Aussicht. Doch dann erfährst Du Enttäuschung, wirst verletzt und auf einmal fällst Du im freien Fall dem Boden entgegen. Solch ein Sturz kann schwere Folgen mit sich ziehen. Du vergisst all das Gute um Dich herum. Du bist verzweifelt und siehst keinen Ausweg mehr. Auf einmal bist Du unten angekommen und siehst nach oben. Erschütterung macht sich in Dir breit und Dir wird, fälschlicher Weise bewusst, dass es keinen Weg mehr nach oben gibt.

Du bist am Boden. Enttäuscht, verletzt und verzweifelt. Du siehst nach oben, wo Du vor kurzem noch warst. All die guten Gefühle, die Euphorie und die Zufriedenheit, sind in diesem Moment vergessen. Du denkst, es würde keinen Weg zurück geben. In solch einer Lage befinden wir uns alle einmal. Wichtig ist, dass Du nach oben schaust und Dir bewusst wird, wie schön es da oben war. Denke nicht daran wie tief Du gefallen bist und was der Auslöser dafür war. Du wirst es dadurch nicht ändern können. Es gibt nun mal keine Zeitmaschine, welche Dir erlaubt in die Vergangenheit zu reisen und all die negativen Erlebnisse zu verändern. Negative Ereignisse können Dir helfen zu wachsen und Deine Zukunft zu verändern.

Ich möchte Dir ein paar Tipps mitgeben welche Dir helfen, mit all den Gedanken besser klar zu kommen. Möglichkeiten welche mir helfen schneller aus einem emotionalem Tief herauszukommen. 

Erster Tipp: Das Gedankenbuch
Nehme Dir ein Notizbuch zur Hand und stelle Dir selbst folgende Fragen:

In welcher Gefühlslage befindest Du dich? 
Wie geht es Dir gerade und wie ging es Dir den Tag über?
Bist Du heute Glücklich und was sorgt dafür, dass Du Glücklich bist?

Schreibe Dir die Antworten in das Notizbuch. Ich nenne dies ein Gedankenbuch und andere nennen es Tagebuch. 
Es geht nicht darum wie man es nennt sondern darum, was es bewirkt. 
Beginnst Du, durch welche Ereignisse auch immer zu fallen, kannst Du Dir Dein Gedankenbuch zur Hand nehmen und die Notizen eines erfolgreichen Tages durchlesen. Vielleicht hast Du über eine Situation geschrieben, welche Dich an diesem Tag besonders glücklich gemacht hat. Wenn Du diese Situation erneut in Deinen Gedanken durchlebst, wird sich Deine Gefühlslage automatisch verbessern. Du wirst Dich daran erinnern, wie schön es war „oben“ zu sein. In diesem Moment wirst Du am Boden sein aber nicht mehr darüber nachdenken, wie schwer alles ist und Du wirst beginnen nicht mehr an Dir zu zweifeln. 

Du wirst daran erinnern, wie schön es ist glücklich zu sein denn Du warst es ja bereits. Ich weis, das ist nicht so einfach aber es funktioniert.

Zweiter Tipp: Der Abschied
Stelle Die folgende Fragen:

Was sorgt dafür, dass Du unglücklich bist?
Welche Themen sorgen dafür, dass Du unzufrieden bist?
Welche Personen tragen zu Deinem Unglück bei?

Es gibt einen Grund weshalb Du Dich im freien Fall befindest. Was auch immer passiert ist, welche Personen daran beteiligt sind oder welche Ereignisse dafür sorgen, dass es Dir schlecht geht, verabschiede Dich davon. Verabschiede Dich von Menschen die Dich runterziehen und verabschiede dich von Dingen, die Dich unglücklich machen. Es wird keines Falls einfach werden. Abschied ist grundsätzlich schwer, aber nur so kannst Du wieder den Aufstieg nach oben beginnen.

Verabschiede Dich von Dingen, Themen und Personen welche Dich unglücklich machen.

Dritter Tipp: Sortiere Deine Gedanken

Die Gedanken zu sortieren ist wahrlich nicht einfach doch für die Verbesserung Deiner Gefühlslage ein sehr wichtiger Faktor.

Wenn ich mich gerade in einer „Gedankenachterbahn“ befinde, bleibe ich am Morgen, nach dem mein Wecker klingelt noch ca. 5-10 Minuten liegen.
Ich schließe meine Augen und gehe den bevorstehenden Tag Schritt für Schritt durch. Was möchte ich erreichen, welche Termine habe ich heute etc. Solltest Du dies ebenfalls versuchen, ist es in diesem Fall wichtig, sich den Tag bildlich vorzustellen.
Es ist wie ein Film der sich in Deinem Kopf abspielt. Es wird beim ersten Mal schwierig sein doch das ist okay. 

Ich kenne das Gefühl wenn die Gedanken Achterbahn fahren, doch ich habe Wege gefunden, die mich immer wieder und schneller aus solch einer Situation führen. Ich habe einige Möglichkeiten ausprobiert und es war nicht immer einfach. Es gibt immer irgendow einen Weg, der nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Auch für Dich wird der Moment kommen, an dem Du zurückblickst und Dir bewusst wird, dass das Fallen zum Aufstieg gehört. Nur wer fällt und wieder aufsteht, wird immer weiter nach oben kommen.

Das Moor

Stelle Dir vor, Du bist in einem Moor gefangen. Der feuchte schwammige Untergrund zieht Dich immer mehr nach unten. Du hast Angst und bist verzweifelt, doch dann siehst Du einen Ast unmittelbar vor deinen Augen. Es wird Dich deine letzte kraft kosten diesen Ast zu ergreifen. Du hast nur zwei Möglichkeiten: Du kannst Deine letzte Kraft verwenden, diesen Ast zu fassen und Dich aus dem Dreck zu ziehen, oder Du schließt deine Augen, bewegst Dich nicht mehr und wartest darauf, in Gänze zu versinken. Was wirst Du tun. Du entscheidest was passiert.

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